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Clavier am Main

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GEPLANTE PROJEKTE

Das Musikleben in Aschaffenburg, dargestellt an Beispielen von Musikalien und anderen Archivalien in der Sammlung Michael Günther Schloss Hombirg am Main
- Das "Aschaffenburger Clavierbuch um 1708-1723". Eine Abschrift
- Johann Franz Xaver Sterkels Kompositionen
- Carl Theodor und Friedrich Hugo von Dalberg in der Musik und in Briefen

Das "Das Mainstockheimer Clavierbuch um 1700 und die Liedersammlung"
- Die zum Teil bisher unbekannten Clavierwerke um 1700
- Die Lieder- und Arientexte und weitere Eintragungen

Die Klavierwerke von Joseph Martin Kraus (1756-1792) - Die bedeutungsvollen Zitate

Das Pantaleon - Ein verkanntes Fortepiano der Jahre 1740 - 1785




HIER WERDEN ERGEBNISSE ZU DIESEN THEMEN KONTINUIERLICH EINGESTELLT


Das Musikleben in Aschaffenburg, dargestellt an Beispielen von Musikalien und anderen Archivalien in der Sammlung Michael Günther Schloss Hombirg am Main
- Carl Theodor und Friedrich Hugo von Dalberg in der Musik und in Briefen

Bild_Schloss Homburg



















Michael Henkel (*18. Juni 1780 in Fulda; † 4. März 1851 ebenda)
Variationen über die Anfangsbuchstaben C.D. und D.C.
Titel: THEMA mit Variationen für das Piano-Forté über C.D. und D.C. als die Anfangs-Buchstaben des höchsten Namens seiner königlichen Hoheit des durchlauchtigsten Grosherzogs von Frankfurt, Fürst-Primas des Rheinischen Bundes, Erzbischofs von Regensburg &. &. komponirt und Allerhöchst-denselben allerunterthänigst zugeeignet am 4ten Nov: 1812 von M. HENKEL.
Offenbach a/m, bey Joh:  André. 1812.
Lithographie
Größe: 23 x 32,3 cm

Die in keiner anderen Sammlung nachweisbare und offensichtlich als Unikat erhaltene Komposition ist ein Zeichen der Verehrung für Carl Theodor von Dalberg (1744–1817), dem diese gewidmet ist. Sein Name wird auf der Titelseite nur durch die kalligraphisch aufwändig gestalteten Initialen „C.D.“ und umgekehrt „D.C.“ seines Namens Carl Dalberg angedeutet.
Den Titel „Großherzog von Frankfurt“ trug Carl Theodor seit der Gründung dieses kurzlebigen Großherzogtums im Jahr 1810 bis zu dessen Auflösung 1813. Für den Verlust seines Fürstentums Regensburg, das an das neu entstandene Königreich Bayern fiel, hatte er als Ausgleich diesen Titel sowie die Fürstentümer Fulda und Hanau erhalten. Die Titelseite spricht ihn folglich auch mit „Königliche Hoheit“ an, die einem Großherzog zusteht.
Als „Fürstprimas“ führte er den Vorsitz der Fürsten des Rheinbundes. Er war der einzige Inhaber dieses Amts, das 1806 auf Veranlassung Napoleons entstanden war und 1813 mit dem Rheinbund unterging. Neben seiner staatsmännischen Bedeutung war Carl Theodor immer noch „Erzbischof von Regensburg“, wie auf der Titelseite vermerkt ist, bis an seinem Lebensende 1817.
Ein Datum für die Widmung hat sich der Komponist auch ausgedacht. Sie ist „zugeeignet am 4ten Nov: 1812“. Der 4. November „Carl Borromäus“, ist der Namenstag des Widmungsträgers. Genau an diesem Namenstag des Fürstprimas Carl Theodor im Jahr 1812 wurde der „Deutschhaussaal“, ein Redouten- und Ballsaal auf dem Grundstück des Stiftshofs in Aschaffenburg, mit einem festlichen Ball eröffnet.
Die Widmung des Komponisten an seinen neuen Landesherrn dürfte also auch in der Hoffnung begründet liegen, nach den kriegerischen Unruhen, Verwüstungen und Verarmungen wieder angenehmere Zeiten und auch ein fruchtbares Musikleben zu gewinnen.
Zu dieser Wiederherstellung hatte Carl Theodor sehr viel geleistet: 1808 hatte er in Aschaffenburg die Karls-Universität, gegründet, der er als Rektor vorstand. In dieser fanden zahlreiche aus Mainz geflohene Professoren und Studenten ihren neuen Ort. Auch bei der Neuerrichtung des „Großherzoglich privilegierten Theaters zu Aschaffenburg“, das am 3. November 1811 eröffnet wurde, hatte er neben einigen Bürgern regen Anteil.
Das Jahr 1812 muss ein regelrechtes Theater-Festjahr gewesen sein:
Am 31. März stand Wolfgang Amadeus Mozarts "Die Entführung aus dem Serail“ mit der Hofkapelle unter der Leitung von Johann Franz Xaver Sterkel,
am 3. April Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“,
am 6. Mai Paul Wranizkys „Oberon, König der Elfen" auf dem Programm.
Der Komponist Michael Henkel war Kantor und Organist in Fulda und dort ein wichtiger Akteur des Musiklebens. Seine Variationen über das Zwei-Töne-Thema „C.D.“ bzw. „D.C.“ ragen aus seinen überwiegend für pädagogische Zwecke geschaffenen Klavierkompositionen heraus. Sie sind originell, abwechslungsreich, virtuos und münden letztlich in die gerade in Mode kommende Form des „Bolero“. Damit wären sie bei einem festlichen Ball am Namenstag des Landesherren des Jahres 1812 als attraktiver Programmpunkt denkbar.





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